Letzter England Eintrag

Wie ging die Geschichte zu Ende? Ist die Heldin je wieder zurück gekehrt? Wie lautete ihr Fazit des Jahres?

Dass sich der Leser nicht fühlt, wie ein Zuschauer einer Staffel einer Serie, welche mit einem Cliffhanger aufgehört hat und es aus Geldgründen keine zweite Staffel gibt, werde ich nun alle brennenden und weniger brennenden Fragen, wie das Motto dieses Blogs schon lautet, beantworten.

Um vielleicht die wichtigste Frage zuerst zu beantworten: Ja, ich bin zurückgekehrt. Zurückgekehrt bin ich, um mich der clichéhaften Metapher zu bedienen, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wobei Augen meiner Meinung nicht wirklich lachen können, da sie weder das zu erwartende Geräusch produzieren noch eine andere fürs Lachen kennzeichnende Aufgabe übernehmen. Darum nennt man es wahrscheinlich Metapher, aber ab und zu darf ja auch über die Logik einer Metapher spekuliert werden.

Für meine fleissigen Leser wird es nicht direkt eine Überraschung sein, dass ich vor allem gewisse Speisen vermissen werden. So etwa ein herrlich warmes Scone mit clotted Cream und Konfitüre in meinem Lieblingscafé, welches von  einem ‚Alice im Wunderland‘ Motiv durchzogen ist. Wahrscheinlich allgemein die ausgeprägte  Cafékultur, da ich gerne sitze, gerne Kuchen esse und das bevorzugter Weise in einem gemütlichen Rahmen, womit ich die Bedingungen, einen Caféliebhaber genannt zu werden, im Grossen und Ganzen erfülle. Besonders stolz machte mich auch, dass man mich am Ende des Jahres in gewissen Lokalitäten erkannt und mit meiner Stammbestellung  erwartet hat. Hier kommt dann das weinende Auge ins Spiel.

Das lachende Auge lächelte besonders ungehemmt, als ich endlich aus der Wohnung ausziehen konnte. Gerne trennte ich mich von dem launischen Boiler, den bedingt putzfreudigen Mitbewohnern und dem uneingeladenen Schimmel, der sein kränkliches Gesicht dezent und manchmal auch weniger dezent an den Wänden sehen liess.

Ich habe viele nette Bekanntschaften gemacht und sogar ein paar Freunde gefunden, weswegen auch die eine oder andere Abschiedsparty organisiert werden musste. Manche waren mittelmässig andere waren besser. Die, welche ich organisiert habe, waren selbstverständlich die Besseren. Da ging es mit ausgesuchten Leuten ins ‚Waffle House‘, wo es sich viele nicht nehmen liessen, eine salzige Waffel zur Hauptspeise und eine süsse zum Dessert zu bestellen, und danach ins Pub, wo der eine oder andere Baileys getrunken wurde.

Generell sagte mir die britische Höflichkeit sehr zu, bei der man sich immer ein wenig wie in einem Film fühlte. Eine Höflichkeit, die zwar unglaublich oberflächlich war, die ich nun aber doch ab und zu ein wenig vermisse.

Die Schule werde ich auch vermissen: Die mittelalterlichen Gebäude und die Morgenversammlungen in der Kathedrale, bei der man sich schon sehr wichtig fühlte, mindestens so wichtig wie Professor Snape, natürlich auch mit dem angebrachten Blick. Ja, und zum Schluss, ich vermisse sogar einige meiner Schüler.

Wie geht es nun weiter?  Ich denke, das wird sich in ‚Aufregende und weniger aufregende News aus Möhlin‘ zeigen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.